Konrad-Adenauer-Schule meets Web 2.0: KASWiki und ViLex Einzelhandel

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Web 2.0 ist eine Generation von Internetanwendung aber auch eine Wahrnehmung, die das Internet gestaltbar macht. Nicht umsonst wird es oft mit Wörtern wie Mitmach-Web umschrieben und die Anwender heißen mittlerweile schon Generation Upload. Die Frage, wie ein Griff in die Web 2.0-Toolbox auch Unterricht bereichern kann, habe ich mir bereits in Diplomarbeit und Zweitem Staatsexamen gestellt. Nun kann ich diesen Schritt auch umfassender mit Schülergruppen pilotieren.

Die Situation

In meinerm Haupteinsatzbereich, der Berufsschule für die Ausbildung im Einzelhandel, ist im Lehrplan EDV-Unterricht vorgesehen. Prinzipiell eine sinnvolle Sache, aber hier muss darauf geachtet werden, dass der berufliche Bezug bleibt. Ich selbst beherrsche die Anwendung Excel, Word und Powerpoint gut bis sehr gut, allerdings sind die Schülerinnen und Schüler mittlerweile auch soweit, dass ich ihnen in diesen Anwendungen nicht mehr viel zeigen kann. Weiterführende EDV-Inhalte wie Programmierung brauchen die Azubis im Einzelhandel nicht. Was sie aber brauchen, ist eine Unterstützung beim Lernen der berufsbezogenen Inhalte, denn hier gibt es häufig noch starke Schwächen.

Parallel lässt sich feststellen, dass sich die Schülerinnen und Schüler vor allem in Social Networks und in YouTube bewegen. Das Wort Web 2.0 sagte hingegen kaum jemanden etwas, obwohl Seiten wie wer-kennt-wen oder schülervz täglich genutzt werden.

Wie gestalte ich also EDV-Unterricht, der den Berufsbezug berücksichtigt, für die Schülerinnen und Schülern einen Neuigkeitswert hat und ihnen darüber hinaus auch noch Spaß macht?

Die Idee

Web 2.0-Anwendungen bieten mittlerweile umfangreiche Möglichkeiten, Webseiten selbst zu gestalten. Projekte mit Schülerinnen und Schülern zur Gestaltung einer Schulhomepage sind in den meisten Schulen sehr erfolgreich – bei einer 1:1-Übertragung fehlt hier allerdings der Berufsbezug. Warum also nicht eine Webseite gestalten, die sich inhaltlich nicht an der Schule, sondern am Berufsfeld orientiert?

Die Idee des ViLex Einzelhandel enstand. Wir erschaffen ein Virtuelles Lexikon für den Einzelhandel. Ein kurzer Blick auf die oben angeführten Anforderungen zeigt:

  • Die Schülerinnen und Schüler erstellen Beiträge zu Begriffen aus dem Unterricht in den Lernfeldern (Berufsbezug).
  • Die Schülerinnen und Schüler nutzen dafür Web 2.0-Technologien (EDV-Bezug und Neuigkeitswert).
  • Die Schülerinnen und Schüler arbeiten auf einer öffentlichen Plattform in einem innovativen technologischen Umfeld (Motivation, Spaß)

Die Umsetzung

Durch noch bestehenden Webspace bei einem externen Provider konnte ich recht schnell das KASWiki (zurzeit noch http://wiki.mykas.net) aufsetzen um den technischen Rahmen für dieses und ggf. folgende Projekte in dieser Richtung zu setzen. Das erste Einsatzszenario wurde geschaffen: Das

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mit einer alphabethischen Liste von Begriffen entweder über alle Lernfelder oder aber sortiert nach einzelnen Lernfeldern.

Die Einbindung in den Unterricht

Wikis sind keine Selbstläufer, wenn sie nicht gerade Wikipedia sind – das leuchtet sehr schnell für ein Projekt ein, das noch eher unbekannt ist. Es bedarf also klarer Arbeitsaufträge zur Bearbeitung. Die allwöchentliche Praxis, die ich mit zwei Parallelklassen in jeweils einer Doppelstunde EDV-Unterricht umsetze sieht so aus:

  • Die aktuellen Begriffe stelle ich auf die Arbeitplattform, damit klar ist, welche Begriffe heute erstellt werden sollen. (In einem späteren Schritt lass ich diese Begriffe sicher auch einmal von den Schülerinnen und Schülern sammeln)
  • Ich drucke diese Seite einmal aus und zerschneide die Begriffe, die dann per Zufallsauswahl von einem Paar (wir haben für Einzelarbeit leider nicht genug Rechner) bearbeitet werden. Die Paare tragen auf der Arbeitsplattform ihre Namen neben dem Begriff ein.
  • Nach einer Bearbeitungszeit von ca. 30-40 Minuten zur Erstellung geben die Schülerinnen und Schüler ihren Begriff nach einem festgelegten Schema an ein anderes Paar weiter, die dann die Kontrollaufgabe bekommen. Kriterien dazu haben wir gemeinsam entwickelt.
  • Dieser Kontrollschritt wird noch einmal wiederholt.
  • Anschließend dürfen die usprünglich erstellenden Teams ihren Beitrag noch einmal ansehen und selbst bewerten, ob ihr Artikel an Qualität gewonnen hat.

Erfahrungen und Fragen

Einige erste Eindrücke:

  • Die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler ist beim Umgang mit der Technik sehr heterogen (von "Ich habe meine Ausbildung zum Fachinformatiker nach einem Jahr abgebrochen" bis zu "Ich habe keine e-Mailadresse").
  • Die wenigen Codes, die die Schülerinnen und Schüler brauchen, haben sie sehr schnell gelernt.
  • Die Schülerinnen und Schüler haben aktiv nach einem Chat oder einer Pinnwand in diesem System gefragt – so etwas gibt es im Mediawiki nicht und dafür ist es auch nicht da, aber warum eigentlich nicht?
  • Bei einem ersten Durchlauf habe ich viel Zeit mit dem Satz "Nein, ich lese das (noch) nicht, das macht Ihr gegenseitig" verbracht. Scheinbar ist die Idee der kollektiven Intelligenz noch nicht angekommen. Später wurde es dann deutlicher.

Offene Fragen:

  • Wie schaffe ich noch mehr Verantwortlichkeit für das ViLex Einzelhandel bei den Schülerinnen und Schülern? Mein Wunsch: Jede(r), der/die einen Fehler sieht, verbessert ihn sofort. Jede(r), der/die etwas nicht versteht, schreibt es sofort verständlicher. Auch von zu Hause, auch außerhalb der Schulzeit, vielleicht beim Lernen für eine Klassenarbeit.
  • Wie erzeuge ich für mich ein einfaches System der Bewertung? Natürlich sind die Seitenerstellungen und -veränderungen namentlich nachvollziehbar, aber der Aufwand für die Bewertung aller Erstellungen und Überarbeitungen pro einzelner Person steht in keinem Verhältnis zum Ertrag. Ich habe schon über eine Ankündigung nachgedacht, dass im Verlauf des Halbjahres drei Termine, die aber erst im Nachhinein per Zufalls auswählt werden, bewertungsrelevant sind. Damit habe ich auch die vorgeschriebenen schriftlichen Leistungsnachweise, allerdings ist mir das noch zu punktuell.

Ich freue mich auf Hinweise und Anregungen. Über das Reifen dieses Konzeptes werde ich zu gegebener Zeit wieder berichten.

Links

KASWiki
ViLex Einzelhandel

 

Praxisvortrag zur Nutzung neuer Medien

… und nicht zuletzt macht es den Schülerinnen und Schülern Spaß! So das Schlusswort bei meinem gestrigen Praxisvortrag.

Im Rahmen der Fachdidaktik für die berufliche Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung durfte ich gestern den LiV-Kollegen und Ausbilderinnen meine Arbeit mit neuen Medien im Unterricht vorstellen.

Mit dem theoretischen Fundament des kooperativen Lernens in komplexen Lernumgebungen einerseits sowie der Mediennutzung als Entwicklungsinstrumente andererseits habe ich meine teilvirtualisierte Lernsituation mit Auszubildenden im Einzelhandel vorgestellt. Dabei standen vor allem die geleitete Arbeit in einem Forum mit gegenseitigen Reflexions- und Bewertungsprozessen und die kooperative Gestaltung eines Preislexikons im Vordergrund. Das grundlegende Medienverständnis ist in diesem Video sehr anschaulich dargestellt.

Hier der Vortrag zum Ansehen:

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Was hier noch über myKAS, die moodlebasierte Lernplattform, die ich an der Konrad-Adenauer-Schule implementiert und erprobt habe, dargestellt ist, sollte in einem nächsten Schritt als vollständig frei zugängliche Variante versucht werden. Formate wie WordPress oder Mediawiki werden dabei helfen.

Es macht Spaß, mit Schülerinnen und Schülern mit diesen Medien zu arbeiten und es ist – richtig eingesetzt – sehr lernförderlich.

Kommunikation und Kooperation mit Moodle

Dass Learning Management Systeme einen wesentlichen Beitrag zur Kooperation und Kommunikation in einer Organisation leisten können wurde am letzten Mittwoch in der Konrad-Adenauer-Schule deutlich.

Die teilnehmenden Lehrkräfte haben sich nach Registrierung und Einführung fleißig durch authentische Handlungssituationen geklickt und konnten meist feststellen: e-Learning ist kein Hexenwerk sondern ein umsetzbares Konzept.

Um die Standard der Fortbildung zu sichern, wurde die Veranstaltung durch das hessische Institut für Qualitätssicherung geprüft und akkreditiert.

Durch die Veranstaltung haben wir mit diesen Visualisierungen geleitet:

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Wir werden wohl bald wieder Trainingsbedarf haben.

Die kleinen Highlights im Leben eines Lehrers

bestehen beispielsweise aus dem heutigen Prüfungsessen des Hotel- und Gastronomiebereiches. Sechs Tische, jeweils vier Personen, eine davon ein Prüfer, die anderen Gäste (meist Lehrer unserer Schule) und ich unter Ihnen.

Der Koch, der für unseren Tisch zuständig war, hat Folgendes gezaubert:

Gebratene Riesengarnelen
mit Weißweinschaum
und Spargelsalat

Maispoulardenroulade
mit Kräuterschaum,
glasiertem Wurzelgemüse,
gebratenen Austernpilzen
und Tomatenrisotto

Erdbeercreme auf Vanillebiskuit
Mangocarpaccio und Schokogelee

Und es schmeckte, wie es klingt – mehr als lecker! Bevor ich’s vergesse: Espresso und eine vorzügliche Käseplatte gehörten natürlich auch dazu!

Das Ganze kombiniert mit dem professionellen Service eines angehenden Restaurantfachmanns ein wahrer Genuss, für den sich die gut zwei Stunden Mittagszeit mehr als gelohnt haben.

Ich wünsche allen Prüflingen, die so professionell arbeiten, alles Gute! Wo ist das Restaurant, in das ich gehen muss?