Facebook – Sunglasses at Night!

Das soziale Netzwerk Facebook ist aktuell in aller Munde. Von den Fans als Austauschmedium mit Freunden viel und häufig unkritisch genutzt und von den Gegnern als Datenkrake verschrieen, befinden sich in Facebook mittlerweile persönliche Daten in einer Menge, die kaum zu messen und noch viel schwieriger in Geld zu bewerten ist.

Die beste Möglichkeit zum Schutz gegen Datenmissbrauch von Facebook ist in meinen Augen nach wie vor:

Überlege Dir gut, was Du diesem Netzwerk preisgibst!

Es gibt einige Dinge, die ich eingestellt habe bzw. regelmäßig tue, damit ich das, was über mich im Netz auftaucht, auch wirklich in der Hand habe:

  • Die Anwendung “Hans Müller hat eine Frage über Philipp Budde beantwortet”.
    Hier erscheinen häufig auch Fragen, deren Inhalt von einigen Betrachtern negativ oder zumindest zweideutig ausgelegt werden kann. Also öfters mal auf die eigene Pinnwand schauen und die Beträge nicht nur löschen (auf das “x” im Beitrag), sondern gleich noch blockieren!
  • Freunde dürfen bei mir nicht markieren, dass ich an einem bestimmten Ort aufhalte. Das möchte ich schon selbst tun oder lassen! Siehe Privatsphäre-Einstellungen
  • Auf jeden Fall darauf achten, dass eine Benachrichtigung erfolgt, sobald ich auf einem Fotos markiert wurde. So hat zumindest die Chance zeitnah zu reagieren, wenn diese Markierung nicht erwünscht ist.

Diese Maßnahmen haben mich bislang davor bewahrt, dass in meinem Facebookprofil etwas anderen landet, als ich selbst beeinflusse und als mich so darstellt, wie ich dargestellt werden möchte.

Eine Anwendung hat mich jetzt aber doch fasziniert und schockiert gleichzeitig: Die Möglichkeiten der automatischen Gesichtserkennung sowie die Mitteilung, dass Facebook diese eventuell automatisieren möchte. Wer wissen möchte, wie automatische Gesichtserkennung funktioniert, der sei einmal eingeladen, sich die aktuellste Version von Googles Picasa zu installieren. Dort gibt’s dann diese Optionen:

Die Gesichtserkennung funktioniert erschreckend gut – auf meinem lokalen Rechner finde ich das klasse! Wie das funktioniert, kann man übrigens im Handelsblatt-Artikel “Gesichtserkennung. Im Fokus der digitalen Augen.” vom 15. November 2010 nachlesen.

Die Netzwelt berichtet aber schon am 12. Dezember 2010 im Artikel “Facebook – Gesichtserkennung für Fotos angekündigt” (Stand 2011-04-28):

Beim Hochladen analysiert Facebook die Gesichter und gruppiert Bilder, auf denen die gleiche Person verlinkt ist. In einem nächsten Schritt schlägt Facebook dann eine Person vor, die das Programm glaubt auf den Bildern identifiziert zu haben oder fordert den Nutzer auf, den Namen der Person einzugeben, wenn kein passender Vorschlag gemacht werden konnte. Die Gesichtserkennung funktioniert nur für die jeweiligen Kontakte des Nutzers.

Da ist der Weg zur automatisierten Markierung nicht mehr weit. Meine Reaktion darauf ist zumindest der Vorschlag im oben genannten Handelsblatt-Artikel:

Klar ist bereits heute: Wer sich den elektronischen Augen künftig entziehen will, dem hilft nur eines: eine möglichst große Sonnenbrille. Denn allen Fortschritten zum Trotz wird auch die beste Gesichtserkennungssoftware mit derart geschmückten Visagen auf absehbare Zeit Probleme haben.

Zumindest meine Facebook-Seite wird somit auf unbestimmte Zeit mit “Sunglasses At Night” – aber auch tagsüber – sein.