Die Coachingcloud – Gedanken zum Thema

Ein nicht ganz neues Thema auch für mich ist der Begriff des Coachings. Literatur dazu findet sich reichlich und ist teilweise recht theoretisch formuliert. Aber wie erkläre ich Teilnehmenden (ich vermeide den Begriff Klient, weil es trotz theoretisch korrekter Anwendung das Gefühl des Unvermögens beim Teilnehmenden hervorhebt) an einer Coachingmaßnahme in pragmatisch gewählten Worten, was Coaching eigentlich bedeutet und welche Rahmenbedingungen dafür gelten? Mein Ansatz:

Die Coachingcloud

Warum eine Cloud? Eine Cloud (vgl. Tagwolke) ist für mich eine Begriffssammlung, bei der alle Begriffe zusammenhängen und ein großes Ganzes bilden. Dabei kann die Bedeutung der einzelnen Begriffe durch Größen oder auffällige Schriftschnitte symbolisiert werden. Letztlich ist sie eine gute Gedankenstütze um sich immer wieder an die Grundsätze zu erinnern.

Meine hier gezeigte Coachingcloud hat insgesamt 9 Begriffe, die im Folgenden gezeigt und näher erklärt werden.

Coaching-Cloud

Die wohl wichtigste Rahmenbedingung für Coaching ist die Vertraulichkeit. Weil Coaching neben Stärken auch große Herausforderungen hervorhebt, müssen die Ergebnisse unbedingt vertraulich behandelt werden. Nur wenn der Coach Stillschweigen über die Ergebnisse garantiert, kann eine Coachingmaßnahme durch Fehlen eines Zwangs und eigener Motivation ihr volles Potenzial entfalten.

Das wichtigste Handwerkszeug des Coaches ist das Gespräch. Im Unterschied zu einer Präsentation oder einem Referat wird im Gespräch gemeinsam erarbeitet, wo die Stärken und Herausforderungen des Teilnehmers/der Teilnehmerin liegen. Aufgabe des Coaches ist es, den/die Teilnehmer/-in selbstständig eine Lösung erkennen zu lassen.

Ohne Praxisnähe geht es nicht beim Coaching. Theoretische Konzepte stehen beim Coaching im Hintergrund. Es reicht, wenn der Coach diese kennt und anwenden kann. Der/die Teilnehmer/-in soll Entwickeltes in der Praxis umsetzen und mögliche Umsetzung nicht nur beschreiben können. Es liegt daher auf der Hand, dass eine Coachingmaßnahme idealerweise aus mehreren Terminen besteht, damit Lösungen nicht nur entwickelt, sondern auch umgesetzt und deren Umsetzungen evaluiert werden können.

Noch bevor die Entwicklung von Lösungen für Teilnehmende/-n und Coach beginnt muss eine Beobachtung erfolgen. Nur wenn ein Coach versteht, über welche Handlungsweisen, Einstellungen und Potenziale ein/-e Teilnehmende wirklich verfügt, kann später eine gute und zugeschnittene Entwicklungsphase gestaltet werden. Inwiefern noch vor der Beobachtung besondere Schwerpunkte dem/der Teilnehmenden gegenüber transparent gemacht werden sollten, muss individuell entschieden werden.

Coaching findet immer im Bereich von Veränderungsbedarf statt. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, dass dieser Veränderungsbedarf von dem/der Teilnehmenden selbst gesehen wird. Nur wenn der/die Teilnehmende freiwillig an der Coachingmaßnahme teilnimmt, wird es auch zu einer Veränderung kommen können. Aufgezwungenes Coaching ohne intrinsische Motivation des/der Teilnehmenden ist i. d. R. ineffizient.

Beim Blick auf den Coachingbegriff ist die Idee der Beratung von zentraler Bedeutung. Beratung setzt nicht nur voraus, dass der/die Teilnehmende auch beraten werden möchte, sondern auch dass – wie in der Finanzbranche vorgeschrieben – ein Beratungsprotokoll erstellt wird. Nur wenn klare Ergebnisse dokumentiert werden, kann der/die Teilnehmende sich auch immer wieder Ergebnisse vor Augen führen und an deren Umsetzung arbeiten.

Das große Ziel von Coachingprozessen ist in jedem Fall die Optimierung. In welcher Dimension allerdings eine Optimierung erfolgt, kann sehr unterschiedlich sein. Beispiele sind hier der eigene Umgang mit Zeit, die erfolgreiche Gestaltung von Lernprozessen oder aber, in kommerziellen Zusammenhängen, das Generieren von Erträgen.

Coachingmaßnahmen sind für die Praxis und sollten Teilnehmenden bei ihrer Potenzialentfaltung helfen. Das funktioniert nur, wenn sie tatsächlich im Alltag der Teilnehmenden stattfinden. Das bedeutet, dass die Beobachtung vor der Entwicklungsphase in einer typischen Alltagssituation erfolgt. Es dürfen keinesfalls wegen der Coachingmaßnahme besondere Rahmenbedingungen geschaffen werden oder besondere Vorbereitungsarbeiten stattfinden. Gleichzeitig muss auch die Umsetzung der entwickelten Inhalte später in typischen Alltagssituation auf ihre Praxisfähigkeit geprüft werden.

Gerade bei mehreren Teilnehmenden besteht die Gefahr, dass aus den einzelnen Coachingmaßnahmen ein “Standardcoaching” wird. Während ein grundsätzliches Konzept für eine Coachingmaßnahme durchaus gleich (und bewährt) sein sollte, gilt für den Inhalt, dass ein hohes Maß an Individualität wichtig ist. Coach und Teilnehmende/-r sollten unbedingt gemeinsam entscheiden, welche Schwerpunkte das Coaching haben soll. Begründet werden kann dies letztlich auch damit, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Stärken und Herausforderungen haben.

Alle diese Aspekte sind in meinen Augen essentiell für eine erfolgreiche Coachingmaßnahme und müssen bei einem konkreten Coachingkonzept ihren Raum finden. Sie sind kein alleiniger Garant für ein erfolgreiches Coaching aber doch gute Rahmenbedingungen für die Möglichkeit der Akzeptanz und letztlich der Nachhaltigkeit von Veränderungsprozessen.

2. Regionalkonferenz “virtuelles Lernen”

Gerade für beruflichen Schulen ist es ein zentraler Aspekt, Potenzial von neuen Medien aufzunehmen und genau wie die Partnerbetriebe für die Ausbildung nutzbar zu machen. Im Rahmen des Projekts "ViLBe – Virtuelles Lernen in der Berufsschule" fand am 8. Dezember 2010 die 2. Regionalkonferenz der beruflichen Bildung statt. Der Themenfokus: Die konkrete Umsetzung der ViLBe-Ziele an der Konrad-Adenauer-Schule in Kriftel.

Die Inhalte

Mit den Umsetzungsschwerpunkten

  • Lernfeldorientierte Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau im Einzelhandel
  • Business-Englisch

geht ein dynamisches Team der Konrad-Adenauer-Schule neue Wege. Einen Eindruck über die besonderen Voraussetzungen, aber auch die Verknüpfung didaktisch wertvoller Pädagogik mit innovativen technologischen Möglichkeiten gibt der genutzte Foliensatz zur Vorstellung der Arbeit des ViLBe-Teams Einzelhandel.

Dazu gibt es Antworten auf die Fragen:

  • Wie lässt sich aus Vermittlungs- und Entwicklungsdidaktik ein pädagogisches "Best-Of" erzeugen?
  • Womit lässt sich der Wunsch nach automatisiertem, individualisiertem Training mit einer wertvollen Aufgabe zur Medienproduktion kombinieren?
  • Welche Tools werden mit welcher didaktischen Intention wie in Lernarrangements eingesetzt?

(Diese Präsentation als pdf-Dokument)

Ein Fokus liegt dabei auf der Produktion des ViLex Einzelhandel, einem wikipediaähnlichen Wissensmanagement von und für Auszubildende im Einzelhandel, das unterrichtsbegleitend erstellt und unterrichtsunabhängig genutzt wird. Ein kleiner Eindruck und das konkrete Einsatzszenario mit diesen Folien

(Diese Präsentation als pdf-Dokument)

Und den viel besseren Eindruck gibt es natürlich durch Klick auf die Live-Version des

ViLex Einzelhandel

sowie auf die bisher erstellten Onlinetutorials

Mein eigener O-Ton zur Grundmotivation der virtuellen Angebote

"Jugendliche nutzen Web 2.0-Medien als digital natives heutzutage vollkommen selbstverständlich. Lassen Sie uns die Motivation, die von diesen Formaten einfach für die individuellen Lernprozesse nutzen!"

Die Veranstaltung

Mit Gästen aus dem Hessischen Kultusministerium, dem Staatlichen Schulamt, dem Main-Taunus-Kreis sowie dem Studienseminar Wiesbaden, waren vor allem andere Schulen und Ausbildungsbetriebe als Zielgruppe stark vertreten. Dem handlungsorientierten Ansatz folgend wurde reichlich geschrieben, geklickt und formuliert um die angebotenen Systeme auf Herz und Nieren zu prüfen.

Die folgenden Feedbacks sprechen für sich:

"Die Konrad-Adenauer hat auf dem Weg zum virtuellen Lernen bereits hervorragende Ergebnisse erzielt!"

"Meine Mitarbeiter haben in den vergangenen Monaten Unglaubliches geleistet!"

"Mit diesen Angeboten on top zum Unterricht sind wir im Einzelhandel auf einem sehr professionellen Ausbildungsweg!"

In Bildern (von Wolfgang Hetzler):

Der Ausblick

Das Projekt ViLBe erlebt im Jahr 2010, also nach zwei Jahren Projektdauer seine Halbzeit. Das Projektteam der Konrad-Adenauer-Schule in Kriftel wird die angebotenen Inhalte weiter ausbauen um so selbst erstellte, passgenaue Inhalte für die Ausbildung im Einzelhandel und natürlich für die Anwendung von Business Englisch anbieten zu können.

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Kommunikation und Kooperation mit Moodle – ein PRAXIStraining!

Nach vielen Anfragen und zwei Pilotdurchläufen kann ich das Fortbildungsangebot

nun auch für interessierte Organisationen und Mitarbeiter im Bildungsbereich anbieten.

Sie arbeiten in einer Bildungseinrichtung, Schule oder sind Trainer in einem Unternehmen und möchten Moodle einsetzen? Sie haben brauchen ein System oder haben bereits ein System und möchten nun das Team der Lehrenden über dessen Nutzung informieren? Dann sollten Sie sich diese Fragen stellen:

  • Welche Potenziale bietet das Lernmanagementsystem Moodle für Bildungsorganisationen?
  • Welche Besonderheiten ergeben sich durch Blended Learning für Lehrkräfte, Dozenten und Trainer?
  • Wie lassen sich Kurse und Elemente in Moodle gestalten?
  • Motivation von Lernenden im Modus des Blended Learnings – wie funktioniert das?
  • Welche urheberrechtlichen Aspekte müssen Lehrkräfte, Dozenten und Trainer beachten?

Diese und viele Fragen mehr werden im Fortbildungsangebot beanwortet.

Zum Begriff der PRAXIS

PRAXIS ist der Begriff, der groß geschrieben wird – aber was bedeutet PRAXIS für die Fortbildung?

PRAXIS heißt selbst Erleben!
In einer zweiwöchigen Phase der Vorbetreuung mit einem Moodle-Kurs erleben die Teilnehmenden selbst ihre ersten Schritte im e-Learning – genau wie Ihre Lernenden es später erleben werden.

PRAXIS heißt Ausprobieren!
Ein großer Teil der Training erfolgt im Moodle-System selbst. In authentischen, auf die Einsatzwelt der Teilnehmenden abgestimmten Situationen gilt es die Potenziale des Lernmanagementsystems sinnvoll einzusetzen. Dabei simulieren andere Teilnehmende wiederum Lernende und prüfen die Ergebnisse. Rückmeldungen erfolgen also direkt innerhalb der Gruppe der Teilnehmenden.

PRAXIS heißt Austauschen!
Einige Teilnehmende haben bereits Erfahrungen mit dem Einsatz von Moodle? Prima, genau hier ist ein Austausch dieser Erfahrungen sinnvoll. Als Lehrkraft an einer beruflichen Schule und freiberuflicher Trainer im Bereich e-Learning bringe ich selbst auch reichlich Erfahrungen mit. Sie erfahren damit nicht nur technologische Möglichkeiten. Vor allem Einsatzerfahrungen und Tipps für das Verhalten von Lehrenden sind wesentlicher Bestandteil dieser Fortbildung.

PRAXIS heißt Anpassen!
Eine Fortbildung "von der Stange" gibt es nicht. Um die Teilnehmenden für Ihren Praxisalltag zu befähigen steht vor einer Fortbildung immer ein Interview und ggf. ein Besuch des Bildungskontextes. Nur so erfahre ich, wie Gelingensbedingungen für den Einsatz bei Ihnen erfolgreich angepasst werden können. Sofern Sie bereits eine Installation von Moodle eingerichtet haben, nutzen wir selbstverständlich dieses System. Sie haben diese Installation noch nicht? Kein Problem, ein Schulungssystem halte ich jederzeit verfügbar. Sie brauchen noch Unterstützung bei der Einrichtung? Auch eine komplette Installation übernehme ich gern.

PRAXIS heißt Auffrischen!
Moodleerlebnisse sind zwar häufig eindrucksvoll, aber viele Erinnerungen verblassen doch wieder, wenn das System nicht unmittelbar genutzt wird. Um Ihnen auch nach einer bestimmten Zeit die Nutzung wieder zu erleichtern, bekommen Sie selbsterklärende Anleitungen zu zentralen Funktionen des Systems. Weil persönliche Unterstützung immer mehr wert ist, gibt's den Frischegutschein dazu, der je nach Absprache bis hin zur individuellen Begleitung bei der Ersteinrichtung Ihres Kurses ausgestattet sein kann.

Eindrücke aus der Pilotphase

"Alltagsnah, anwendertauglich, praxisnah"

"Pädagogik stand im Vordergrund!"

"Danke für das selbst wählbare Tempo."

"Das Layout der Begleitunterlage gibt Handlungssicherheit, für weiteren Einsatz nur zu empfehlen."

"Freundliches Auftreten und eigene Begeisterung des Trainers – sehr gut!"

"Angebot, sich später noch einmal melden zu können gefällt mir sehr gut!"

Qualität als Leitindex

Um die Qualität des Fortbildungsangebotes zu sichern, erfolgt am Schluss jeder Durchführung ein schriftliches und mündliches, aber immer systematisches Feedback. Diese Rückmeldungen werden nicht nur den Teilnehmenden zurückgespiegelt, sondern tragen auch zur stetigen Überarbeitung des Konzeptes bei.

Das Institut für Qualitätssicherung hat übrigens sowohl meine Dozentenqualifizierung als auch die Eignung des Konzepts der Fortbildung durch Akkreditierung (Anbieter-Nr. P007597, Angebots-Nr. 0462138) bestätigt. Lehrkräfte aus Hessen erhalten je nach individueller Gestaltung zwischen 5 und 15 Fortbildungspunkte für die Teilnahme.

Kontakt und Buchung

Kooperation und Kommunikation mit Moodle – ein PRAXIStraining oder kurz KoKoMo biete ich interessierten Organisationen und Mitarbeitern auf Anfrage gern an. Die Höhe des fairen Festpreises hängt dabei von der individuellen Gestaltung ab, die ich in einem telefonischen oder persönlichen Gespräch mit Ihnen festlege.

Melden Sie sich einfach über eine der Möglichkeiten der Kontaktseite. Gern rufe ich Sie auch zurück, hinterlassen Sie einfach Ihre Telefonnummer.

Ich freue mich auf Ihren Kontakt!

 

    Videogestützt kalkulieren lernen

    Wer kann sich noch an die alten Folgen des Telekolleg auf den "dritten Programmen" erinnern? Mathematik, Physik und Chemie mit einer Kamera gefilmt waren die Vorläufer für unsere ersten Produktion von Online-Tutorials.

    Technisch realisiert mit Camtasia Studio ist gestern das erste Online-Tutorial für die Umsetzung des Projektes ViLBe entstanden. Nun können Auzubildende im Einzelhandel durch die YouTube-Plattform und bei Freischaltung unserer ViLBe-Ergebnisse auch auf der ViLBe-Plattform per Video die Bezugskalkulation lernen.

    Hier das Video direkt von YouTube:

    Mut zu mehr Didaktik in virtuellen Klassenzimmern!

    e-Learning als Begriff ist wohl das Buzzword der Bildung im 21. Jahrhundert. Nahezu inflationär genutzt, beschreibt e-Learning alle Formen des Technologieeinsatz in Lernarrangements vom Versand von Textdokumenten per e-Mail über die Bearbeitung von Compuer- und Webbased Trainings bis hin zu den Einsatz von Lernmanagementsystemen mit tutorieller Betreuung und virtuellen Klassenzimmern. Häufig gerät aber die technologische Frage zu Lasten von didaktischem Anspruch in den Vordergrund. Wie lassen sich beide Perspektiven auf Lernprozesse miteinander verbinden? Oder als Aufforderung formuliert:

    Mut zur mehr Didaktik in virtuellen Klassenzimmern!

    Wie aber zeige ich diesen Mut zu mehr Didaktik? Hier drei Thesen und Umsetzungsvorschläge mit praktischen Beispielen:

    These 1: Kooperative Entwicklungsarbeit statt isolierte Rezeption!

    Nutzen Sie keinen Powerpointvortrag um Informationen zu vermitteln, sondern stellen Sie den Lernenden diese Dinge vorab zur Vorbereitung zur Verfügung. Lassen Sie die Lernenden dann gemeinsam ihre Grundlagen anwenden und ihre Ergebnisse präsentieren. Bewerten Sie alle gemeinsam diese Ergebnisse. Lassen Sie die Lernenden Handeln statt Zuhören!

    Praktisch:

    • Nutzen Sie Gruppenarbeitsräume.
    • Ziehen Sie sich aus dem Arbeitsprozess der Teilnehmer zurück.
    • Lassen sie die Teilnehmer ein Handlungsergebnis produzieren und präsentieren.
    • Bewerten Sie gemeinsam die Ergebnisse.

    These 2: Individueller Lernberater statt referierender Dozent!

    Lernenden haben unterschiedliche Erfahrungen und unterschiedliche Kompetenz entwickelt. Einige werden von den Inhalten schon einmal gehört haben, andere betreten echtes Neuland. Versuchen die Lernenden alle dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Schließlich wollen Sie sowohl Langeweile als auch Überforderung vermeiden, denn beides nimmt jede Motivation. Betrachten Sie es als ihre Aufgabe, den aktuellen Kompetenzstand der Teilnehmer herauszufinden und maßgeschneiderte Lernangebote durch Differenzierung zur Verfügung zu stellen, die die Lernenden selbstständig bearbeiten.

    Praktisch:

    • Diagnostizieren Sie vor virtuellen Konferenzen den Kompetenzstand, bspw. durch Interviews oder Fragebögen.
    • Legen Sie Herausforderungen und Schwierigkeitsgrade von Entwicklungsaufträgen vor der Bearbeitung offen.
    • Lassen Sie Lernenden sich selbst ihre Aufgaben auswählen und leiten Sie zu dieser Auswahl an.
    • Lassen Sie die Lernenden später ihre differenzierten Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammenfügen.
    • Leiten Sie zu einer Selbstreflexion zur individuellen Kompetenzentwicklung bspw. durch eine Checkliste an.

    These 3: Komplexe Situationen statt reduzierte Wissensbausteine

    Kennen Sie das umgangssprachliche Wort "Fachidiot"? Damit ist damit jemand gemeint, der zwar viel weiß, sein komplexes Wissen aber nicht handlungsleitend werden lässt. Didaktisch ist damit das Phänomen des "trägen Wissens" beschrieben. Einem Callagent bringt es wenig, wenn er über die die Grundsätze des professionellen Telefonats Bescheid weiß, es allerdings noch nie umgesetzt hat. Ihr Ziel ist es also nicht Wissen zu vermitteln, sondern eine Kompetenzentwicklung zu begleiten. Versuchen Sie daher nicht Wissen über Vorträge "einzutrichtern", sondern schaffen Sie Anwendungsszenarien für Wissen.

    Praktisch:

    • Stellen Sie Lernenden vor komplexe Probleme, die zu lösen sind.
    • Nutzen sie Probleme, die idealerweise sogar real sind/waren.
    • Reduzieren Sie die Komplexität der Probleme nur in Ausnahmefällen – das Leben ist nun einmal komplex!
    • Bewerten Sie später gemeinsam die entwickelnten Lösungen.
    • Vergleichen Sie ggf. gemeinsam die Lösung mit der tatsächlichen Lösung aus der Praxis.

    Ist Ihnen etwas aufgefallen bei den Thesen und Umsetzung? Die Thesen stellen viel stärker die Lernenden statt die Lehrenden in den Fokus der Aktivitäten. Mit dieser Art der Orientierung an den Lernenden schaffen Sie es, die technologischen Möglichkeiten des e-Learning mit didaktisch innovativen Lernprozessen zu verbinden. Und Sie werden schnell feststellen:

    Seien Sie mutig, es lohnt sich!

    Sind Sie interessiert an mehr praktischen Umsetzungsbeispielen für Ihre Lernprozesse? Nehmen Sie gern Kontakt mit mir auf!

    Erst 1, dann 2, dann 3, dann 4 …

    World Wide Web – das ist doch alles eins: Internet eben. Zu einfach! Es gibt mittlerweile viele Begriffe, die versuchen, verschiedene Nutzungsgewohnheiten, Generationen oder technische Eigenschaften des World Wide Webs zu beschreiben. Ich habe mich einmal auf den Weg gemacht, um unterschiedlichen Begrifflichkeiten zusammenzutragen:

    Web 1.0

    "Du bist so 1.0", das lese ich immer öfter in Tweets von unterschiedlichen Mitgliedern der Netzcommunity. 1.0, das hier gleichzeitig als Synonym für "veraltet", "oldschool" oder "Schnee von gestern" steht, steht im Internet vor allem für folgendes:

    • Statische Webseite in html
    • Einstellung und Änderung durch Experten, die sich mit der Erstellung (hier: Programmierung) von Webseiten auskennen.
    • Klare Unterscheidung zwischen diesen (aktiven) Experten und den (passiven Lesern)
    • Das Internet als Einbahnstraße für Informationen
    • Download beherrscht den Traffic, Upload ist nur etwas für diese Experten
    • Internetnutzung heißt Rezeption von eingestellten Inhalten.

    Web 2.0

    Web 2.0 oder auch Mitmach-Web erlaubt Aktivität und lässt Rollen verschwimmen. Web 2.0 bedeutet:

    • Neue technische Möglichkeiten wie bspw. AJAX, Syndication, das Push-Prinzip von Informationen und Tagging,
    • Eine veränderte Wahrnehmung: Inhalte können von jedem Nutzer ins Netz gestellt werden.
    • Es gibt keine Autoren und Leser mehr, sondern nur noch Nutzer
    • Der Nutzer gestaltet das Netz aktiv mit und produziert Wissen
    • Up- und Download werden gleich wichtig
    • Medienproduktion holt zur Medienrezeption auf
    • Vernetzung und Verlinkung von Wissen und Menschen gewinnt an Bedeutung
    • Mobile, plattformunabhängige Nutzung wird wichtig

    Einige konkrete Beispiele mit den Ideen des Web 2.0

    • YouTube – stelle selbst ein statt nur anzusehen
    • Wikipedia – schreibe und korrigieren Beiträge statt nur zu lesen
    • WordPress – schreibe über Dich und Deine Aktivitäten und erwecke es durch Kommentare zum Leben
    • Delicio.us – lege Deine Lieblingsseiten online ab und profitiere von anderen Links.

    Diese Veränderung der Wahrnehmung des WWW beschreibt M. Wesch in seinem Video "The Machine Is Us(ing Us)":

    Siehe auch die Ausführungen auf netplanet zu Web 2.0.

    Der nächste Schritt: Das Web 3.0

    Das Web 3.0 ist eine Weiterentwicklung von Web 2.0, die gewissermaßen durch einen Nachteil des Web 2.0 notwendig geworden ist. Web 2.0 hat dazu geführt, dass viel neue Informationen, die mehr oder weniger richtig sind, ins WWW gelangt sind. Das Web 3.0 versucht gewissermaßen diese Fülle von Informationen zu strukturieren und zu sortieren. Computer sollen nicht nur die Syntax (also die "Programmierung") der Webseiten verstehen und wiedergeben, sondern auch die Semantik, also den Inhalt verstehen und passendes, ergänzendes Wissen anbieten.

    Ein Beispiel: Eine Einladung zur einer Geburtstagsparty über Facebook sollte mir gleichzeitig die Möglichkeit geben, einen Routenplaner zum Ort anklicken zu können, eine Wunschliste des Geburtstagskindes bei einem Onlineversandhaus zugänglich machen, mein Bahnticket dorthin zu buchen oder mich mit anderen Gäste über Skype oder ICQ in Verbindung zu setzen, um ggf. gemeinsam etwas zu schenken usw. Vielleicht hat sogar vor kurzer Zeit ein anderer Facebook-Nutzer den gleichen Geburtstag gefeiert und ich kann von den Geschenkideen seiner Gäste profitieren. Vernetzung ist gefragt.

    Im Web 3.0 geht es darum, dass Informationen nicht mehr auf gemeinsamen Plattformen verfügbar sind, sondern dass Informationen intelligent miteinander vernetzt sind und den Nutzern gezielt diejenigen Informationen zugänglich machen, die sie brauchen. Web 3.0 beschreibt also nicht mehr Fortschritte beim Personenkreis der Produzenten und der Medien im WWW, sondern vielmehr Weiterentwicklung bei der Vernetzung von Wissen und Menschen. Web 3.0 wird daher auch als Social Semantic Web bezeichnet.

    Eine kleine Einführung als Video:

    Und weiter? Web 4.0?

    Wie schon die vorherigen Web-Generationen wird auch der Begriff Web 4.0 nicht trennscharf sein. Web 4.0 wird häufig gleichgesetzt mit dem 3D-Internet mithilfe von Tools wie Second Life oder Trinity. Seth Godin beschreibt in seinem Artikel Web4 drei Entwicklungen für das Web 4.0:

    • Ubiquity
    • Identity
    • Connection

    und verlangt von seinen Tools noch mehr "Mitdenken" in seinem Leben. Anwendungen sollen Situationen von selbst erkennen und Lösungen anbieten. Ein interessantes Zitat sollte dabei aber nicht fehlen:

    The thing is, privacy is an illusion. You think you have privacy, but the video surveillance firms and your credit card company disagree. If we're already on camera, we might as well get some benefits from it. If we choose.

    In einer Zeit, in der große Unternehmen Mitarbeiter mit Kameras überwachen, GPS in jedem Handy integriert ist, Onlinedurchsuchung immer wieder durch die Medien geht und die Piratenpartei den prozentual größten Mitgliederzulauf hat, stehen uns hier wohl nicht nur spannende Entwicklungen, sondern auch interessante Diskussionen über technische Machbarkeit und persönliche Rechtfertigung bevor. Wir werden sehen, was die Zeit bringt.

    Konrad-Adenauer-Schule meets Web 2.0: KASWiki und ViLex Einzelhandel

    vilexehstart

    Web 2.0 ist eine Generation von Internetanwendung aber auch eine Wahrnehmung, die das Internet gestaltbar macht. Nicht umsonst wird es oft mit Wörtern wie Mitmach-Web umschrieben und die Anwender heißen mittlerweile schon Generation Upload. Die Frage, wie ein Griff in die Web 2.0-Toolbox auch Unterricht bereichern kann, habe ich mir bereits in Diplomarbeit und Zweitem Staatsexamen gestellt. Nun kann ich diesen Schritt auch umfassender mit Schülergruppen pilotieren.

    Die Situation

    In meinerm Haupteinsatzbereich, der Berufsschule für die Ausbildung im Einzelhandel, ist im Lehrplan EDV-Unterricht vorgesehen. Prinzipiell eine sinnvolle Sache, aber hier muss darauf geachtet werden, dass der berufliche Bezug bleibt. Ich selbst beherrsche die Anwendung Excel, Word und Powerpoint gut bis sehr gut, allerdings sind die Schülerinnen und Schüler mittlerweile auch soweit, dass ich ihnen in diesen Anwendungen nicht mehr viel zeigen kann. Weiterführende EDV-Inhalte wie Programmierung brauchen die Azubis im Einzelhandel nicht. Was sie aber brauchen, ist eine Unterstützung beim Lernen der berufsbezogenen Inhalte, denn hier gibt es häufig noch starke Schwächen.

    Parallel lässt sich feststellen, dass sich die Schülerinnen und Schüler vor allem in Social Networks und in YouTube bewegen. Das Wort Web 2.0 sagte hingegen kaum jemanden etwas, obwohl Seiten wie wer-kennt-wen oder schülervz täglich genutzt werden.

    Wie gestalte ich also EDV-Unterricht, der den Berufsbezug berücksichtigt, für die Schülerinnen und Schülern einen Neuigkeitswert hat und ihnen darüber hinaus auch noch Spaß macht?

    Die Idee

    Web 2.0-Anwendungen bieten mittlerweile umfangreiche Möglichkeiten, Webseiten selbst zu gestalten. Projekte mit Schülerinnen und Schülern zur Gestaltung einer Schulhomepage sind in den meisten Schulen sehr erfolgreich – bei einer 1:1-Übertragung fehlt hier allerdings der Berufsbezug. Warum also nicht eine Webseite gestalten, die sich inhaltlich nicht an der Schule, sondern am Berufsfeld orientiert?

    Die Idee des ViLex Einzelhandel enstand. Wir erschaffen ein Virtuelles Lexikon für den Einzelhandel. Ein kurzer Blick auf die oben angeführten Anforderungen zeigt:

    • Die Schülerinnen und Schüler erstellen Beiträge zu Begriffen aus dem Unterricht in den Lernfeldern (Berufsbezug).
    • Die Schülerinnen und Schüler nutzen dafür Web 2.0-Technologien (EDV-Bezug und Neuigkeitswert).
    • Die Schülerinnen und Schüler arbeiten auf einer öffentlichen Plattform in einem innovativen technologischen Umfeld (Motivation, Spaß)

    Die Umsetzung

    Durch noch bestehenden Webspace bei einem externen Provider konnte ich recht schnell das KASWiki (zurzeit noch http://wiki.mykas.net) aufsetzen um den technischen Rahmen für dieses und ggf. folgende Projekte in dieser Richtung zu setzen. Das erste Einsatzszenario wurde geschaffen: Das

    vilex-eh

    mit einer alphabethischen Liste von Begriffen entweder über alle Lernfelder oder aber sortiert nach einzelnen Lernfeldern.

    Die Einbindung in den Unterricht

    Wikis sind keine Selbstläufer, wenn sie nicht gerade Wikipedia sind – das leuchtet sehr schnell für ein Projekt ein, das noch eher unbekannt ist. Es bedarf also klarer Arbeitsaufträge zur Bearbeitung. Die allwöchentliche Praxis, die ich mit zwei Parallelklassen in jeweils einer Doppelstunde EDV-Unterricht umsetze sieht so aus:

    • Die aktuellen Begriffe stelle ich auf die Arbeitplattform, damit klar ist, welche Begriffe heute erstellt werden sollen. (In einem späteren Schritt lass ich diese Begriffe sicher auch einmal von den Schülerinnen und Schülern sammeln)
    • Ich drucke diese Seite einmal aus und zerschneide die Begriffe, die dann per Zufallsauswahl von einem Paar (wir haben für Einzelarbeit leider nicht genug Rechner) bearbeitet werden. Die Paare tragen auf der Arbeitsplattform ihre Namen neben dem Begriff ein.
    • Nach einer Bearbeitungszeit von ca. 30-40 Minuten zur Erstellung geben die Schülerinnen und Schüler ihren Begriff nach einem festgelegten Schema an ein anderes Paar weiter, die dann die Kontrollaufgabe bekommen. Kriterien dazu haben wir gemeinsam entwickelt.
    • Dieser Kontrollschritt wird noch einmal wiederholt.
    • Anschließend dürfen die usprünglich erstellenden Teams ihren Beitrag noch einmal ansehen und selbst bewerten, ob ihr Artikel an Qualität gewonnen hat.

    Erfahrungen und Fragen

    Einige erste Eindrücke:

    • Die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler ist beim Umgang mit der Technik sehr heterogen (von "Ich habe meine Ausbildung zum Fachinformatiker nach einem Jahr abgebrochen" bis zu "Ich habe keine e-Mailadresse").
    • Die wenigen Codes, die die Schülerinnen und Schüler brauchen, haben sie sehr schnell gelernt.
    • Die Schülerinnen und Schüler haben aktiv nach einem Chat oder einer Pinnwand in diesem System gefragt – so etwas gibt es im Mediawiki nicht und dafür ist es auch nicht da, aber warum eigentlich nicht?
    • Bei einem ersten Durchlauf habe ich viel Zeit mit dem Satz "Nein, ich lese das (noch) nicht, das macht Ihr gegenseitig" verbracht. Scheinbar ist die Idee der kollektiven Intelligenz noch nicht angekommen. Später wurde es dann deutlicher.

    Offene Fragen:

    • Wie schaffe ich noch mehr Verantwortlichkeit für das ViLex Einzelhandel bei den Schülerinnen und Schülern? Mein Wunsch: Jede(r), der/die einen Fehler sieht, verbessert ihn sofort. Jede(r), der/die etwas nicht versteht, schreibt es sofort verständlicher. Auch von zu Hause, auch außerhalb der Schulzeit, vielleicht beim Lernen für eine Klassenarbeit.
    • Wie erzeuge ich für mich ein einfaches System der Bewertung? Natürlich sind die Seitenerstellungen und -veränderungen namentlich nachvollziehbar, aber der Aufwand für die Bewertung aller Erstellungen und Überarbeitungen pro einzelner Person steht in keinem Verhältnis zum Ertrag. Ich habe schon über eine Ankündigung nachgedacht, dass im Verlauf des Halbjahres drei Termine, die aber erst im Nachhinein per Zufalls auswählt werden, bewertungsrelevant sind. Damit habe ich auch die vorgeschriebenen schriftlichen Leistungsnachweise, allerdings ist mir das noch zu punktuell.

    Ich freue mich auf Hinweise und Anregungen. Über das Reifen dieses Konzeptes werde ich zu gegebener Zeit wieder berichten.

    Links

    KASWiki
    ViLex Einzelhandel

     

    THW-Workshoptag Rhetorik des Präsentierens

    fcablaufWie nutze ich sprachliche Elemente in Präsentationen sinnvoll? Wie nutze ich meine Körpersprache um diese sprachlichen Elemente noch zu unterstützen? Was tue ich, wenn ich auf ganz unterschiedliche Art und Weise gestört werde?

    Diese und viele weitere Fragen wurden den Führungskräften des Technischen Hilfswerks am letzten Mittwoch beantwortet. Während meines Tagesworkshops Rhetorik im Rahmen eines Präsentationstranings haben die Lernenden systematisch durch eigene Aktivität in Kombination mit kurzen Inputphasen zu Kommunikationsmodellen und Feedbackregeln vor allem viel selbst präsentiert.

    Vormittags ging es vor allem darum, durch ein selbst gestaltetes Negativbeispiel selbstständig „gutes“ rhetorisches Verhalten zu erarbeiten. Am Nachmittag mussten dann die Kenntnisse angewendet werden. Hier kam erschwerend dazu, dass einige Zuhörer die Präsentierenden durch Streiterei oder ein Handytelefon massiv gestört haben.

    Insgesamt durfte ich in meinem Trainingskonzept wieder einmal erfahren: Lernen funktioniert am Besten durch deutliche Handlungsorientierung.

    Einige Stimmen der teilnehmenden THW-Spezialisten:

    “Ich fand es klasse, dass wir viel selbst arbeiten durften.”

    “Durch das bewusste Einbauen von Fehlern habe ich viel gelernt.”

    “Seit den Störungssimulationen fühle ich mich schon sicherer bei Präsentationen.”

    Aufgrund des großen Interesses wird diesen Präsenzinhalte noch ein e-Learning-Block nachgeschoben, indem es u. a. um spontanes Präsentieren aus dem Stehgreif geht.

    Schule und Zukunft

    schuleundzukunftSchule und Zukunft. Innovatives Lernen durch Blended Learning am Beispiel der webbasierten Lernplattform Moodle.

    So lautete der Titel der schriftlichen Arbeit im Rahmen des Vorbereitungsdienstes, die ich gemeinsam mit einer weiteren Referendarin geschrieben habe. Ein Abstract, der nicht in der Arbeit enthalten ist, könnte so lauten:

    Die Förderung von Lernprozessen als zentrale Aufgabe von Lehrenden hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Mit den konstruktivistischen Einflüssen und der stärkeren Fokussierung von Lern- statt Lehrprozessen haben sich neue didaktischen Gestaltungskriterien ergeben. Diese neuen Gestaltungskriterien können im Zusammenspiel mit neuen technologischen Entwicklungen zur Gestaltung innovativer Lernprozessen genutzt werden. Aber wie können solche Lernprozesse tatsächlich gestaltet werden?

    Diese Arbeit zeigt am Beispiel einer Lernsituation im Lernfeldunterricht für angehenden Einzelhandelskaufleute, wie durch das Konzept des Blended Learnings und mit der Lernplattform Moodle innovatives Lernen initiiert werden kann. Die Ansätze des kooperativen Lernens und die Gestaltung komplexer Lernumgebungen finden hier besondere Bedeutung. Eine strukturierte Evaluation zeigt nicht nur, dass diese Möglichkeiten genutzt werden können, sondern auch noch, dass es die Lernenden tatsächlich so lernen, wie es angedacht ist und auch die Motivation stark gesteigert wird.

    Warum aber diese Medien nur schwer in den schulischen Alltag implementiert werden, zeigt eine empirische Studie im zweiten Teil der Arbeit. Einsatz neuer Medien im Blended Learning, das erfordert zunächst die Akzeptanz dieser Medien durch die Lehrenden. Wie steht es also um diese Akzeptanz? Welche Chancen und Hindernissen sehen die Lehrenden in diesen Medien? Wie setzen sie diese Medien bereits ein? Die Antworten auf diese Fragen zeigen ein eher nüchternes Bild. Gerade zeitliche, aber auch organisatorische Defizite machen deutlich, dass sowohldie  Lehrenden als auch die Schule als System noch einige Schritte zu gehen habe, bis sie für die Anforderungen unserer Zeit und der Zukunft gerüstet sind. Schule und Zukunft kann funktionieren, aber es ist noch einiges zu tun.

    Pünktlich zum Abgabetermin am 1. Februar 2009 wird die Arbeit in den Händen der Korrektor/-innen sein und ich bin sehr gespannt auf die Bewertung. Vielleicht kann diese Arbeit auch Stück dazu beitragen, die Schule unserer Zeit ein wenig weiterzuentwickeln. Über eine weitergehende Veröffentlichung werde ich an dieser Stelle in Kürze berichten.

    Schule 2.0 beim Innovative Teachers Forum

    Wie lässt sich Unterricht in Schulen innovativ gestalten? Wie lassen sich neue Medien im Unterricht mit Mehrwert einsetzen? Diese und viele weitere Fragen können am besten aus der Praxis und für die Praxis beantwortet werden.

    Das Innovative Teachers Forum, zu dem heute unter anderem Microsoft Deutschland und CERNET eingeladen haben, bot Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit, ihre Unterrichtsprojekte auf einem Marktplatz auszustellen und darüber ins Gespräch zu kommen. Gespickt mit einigen Kurzworkshops, u. a. zum Peer Coaching, ein Konzept, das vor allem bei der Innovationsförderung in Schulen sehr viel Sinn macht und zu IT-Fitness, einer Initiative zur Förderung von Medienkompetenz, war die Veranstaltung sehr lehrreich.

    An meinem Stand durfte ich mein Plädoyer für den Einsatz neuer Medien als kooperative Gestaltungswerkzeuge am Beispiel meiner teilvirtualisierten Lernumgebung mit Auszubildenden im Einzelhandel darstellen:

    Einmal wieder habe ich mich dabei dem plakativen Video “PowerON und PowerOFF = Medienkompetenz”, das in der Paderborner Mediendidaktik entstanden ist, als Verdeutlichung für ein Medienverständnis bedient. Hier geht’s zum Video.

    Für mich besonders spannend war ein Unterrichtsansatz in der Kasseler Oscar-von-Miller-Schule, die im IT-Bereich Kompetenzorientierung mit individuellem Coaching sowie einem Lernjob-Design mit selbstgesteuerten und kooperativen Elementen vereinen (leider keine weiteren Links).

    Mein Fazit: Eine lohnende Veranstaltung, die ich beim nächsten Mal gern wieder besuche.

    Ferien in den ALPEN

    Seit dem letzten Freitag sind in Hessen Herbstferien und ich darf nun zwei Wochen nicht in die Schule und nicht ins Studienseminar.

    In Anlehnung an http://www.pixelio.de/data/media/140/Gletscherwelt.jpg

    An wirklichen Urlaub ist aber nicht zu denken, auch wenn der Titel dieses Beitrags dieses nahelegt. Am heutigen Montag werde ich erst einmal systematisch planen, wie ich die viele Arbeit in den Ferien angehe und genau dazu hilft mir die ALPEN-Methode, die aus den Schritten

    • Aufgaben notieren
    • Länge (je Aufgabe) schätzen
    • Pufferzeiten einplanen
    • Entscheidungen treffen (vielleicht auch mal eliminieren und delegieren)
    • Nachkontrolle (und hoffentlich viele grüne Haken setzen)

    Als Organisationsmittel hilft mir dabei mein Outlook, das ich mittlerweile durch To-Do-Listen und Terminkalender mit unterschiedlichen Farben und Kategorien immer effizienter einsetze. Ich habe festgestellt, dass vor allem das Vorgehen durch “Termine mit mir selbst” sehr vorteilhaft und selbstdisziplinierend wirkt. Ein Whiteboard und ein gutes Ablagesystem unterstützt noch zusätzlich.

    Die pädagogisch-praktische Arbeit steht übrigens ganz oben auf der Agenda.

    Aber jetzt habe ich erstmal einen Termin mit meiner Kaffeemaschine.

    Praxisvortrag zur Nutzung neuer Medien

    … und nicht zuletzt macht es den Schülerinnen und Schülern Spaß! So das Schlusswort bei meinem gestrigen Praxisvortrag.

    Im Rahmen der Fachdidaktik für die berufliche Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung durfte ich gestern den LiV-Kollegen und Ausbilderinnen meine Arbeit mit neuen Medien im Unterricht vorstellen.

    Mit dem theoretischen Fundament des kooperativen Lernens in komplexen Lernumgebungen einerseits sowie der Mediennutzung als Entwicklungsinstrumente andererseits habe ich meine teilvirtualisierte Lernsituation mit Auszubildenden im Einzelhandel vorgestellt. Dabei standen vor allem die geleitete Arbeit in einem Forum mit gegenseitigen Reflexions- und Bewertungsprozessen und die kooperative Gestaltung eines Preislexikons im Vordergrund. Das grundlegende Medienverständnis ist in diesem Video sehr anschaulich dargestellt.

    Hier der Vortrag zum Ansehen:

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    Was hier noch über myKAS, die moodlebasierte Lernplattform, die ich an der Konrad-Adenauer-Schule implementiert und erprobt habe, dargestellt ist, sollte in einem nächsten Schritt als vollständig frei zugängliche Variante versucht werden. Formate wie WordPress oder Mediawiki werden dabei helfen.

    Es macht Spaß, mit Schülerinnen und Schülern mit diesen Medien zu arbeiten und es ist – richtig eingesetzt – sehr lernförderlich.